EVA
Kapitel IV
Die Chatgruppe
Das erste Mal hörte sie von Carl, als sie zufällig im Fitnessclub ein Gespräch belauschte.
»Mich würde interessieren, wie gut Carl ausgestattet ist«, sagte eine zierliche Flachbrüstige und streifte sich die verschwitzten Shorts von den Beinen.
»Das würde deinem Herrn aber gar nicht gefallen«, gab eine rundlichere, auffallend gepflegte Frau zu bedenken.
Eva wurde hellhörig. Ihr Interesse wurde auch durch einen kleinen goldenen Ring verstärkt, den die Kleine zwischen den Beinen trug.
»Ich weiß«, seufzte die Flachbrüstige, »aber interessant wäre es schon.«
»Ja, wirklich seltsam, dass er so ausschweifende Feste veranstaltet - selbst aber nie so richtig daran teilnimmt«, meinte nun auch die andere.
Ehe Eva noch etwas mit der Information anfangen konnte, verschwanden die beiden kichernd in den Duschen.
Nachdenklich ließ sich Eva zu Hause einen Espresso raus. Auf dem Küchentresen lag ihr iPad - auf der Startseite das übliche Gewirr aus Push-Meldungen, Wetterdaten und Börsennachrichten. Einen Versuch ist es wert, dachte sie. Ohne große Erwartungen tippte sie: Carl + Club + Forum. Die Treffer eher enttäuschend. Keine Schlagzeilen, keine Promibilder.
Ein paar Spuren gab es doch. Ein Artikel über das Nachtleben von Nizza. »Eine echte Bereicherung der Szene.« wurde ein anonymes Mitglied einer angeblich verschworenen Gemeinschaft zitiert.
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Auf Nachfrage der Reporterin nur so viel: Keiner kannte Carl von früher. Niemand wusste etwas über sein Vermögen. Seine Feste jedoch schienen legendär.
Sie legte das iPad beiseite.
Carl war also keine Phantasiefigur der Tussis.
Er existierte.
Und wer so konsequent aus der Öffentlichkeit herausbleibt, hat etwas zu verbergen. Oder etwas zu verlieren.
Genau das interessierte sie besonders.
Die Flachbrüstige würde ihr sagen, was sie wissen wollte.
Eva hatte Glück: Schon bei ihrem nächsten Besuch im Gym war die Kleine allein. Ohne ihre rundliche Freundin wirkte sie noch verlorener. Auf einer Bank sitzend, mühte sie sich mit einem lächerlich leichten Gewicht ab.
Die Butterfly-Maschine gegenüber war frei. Trotz des unkleidsamen Sport-BHs wusste Eva, dass ihre Brüste in dieser Position besonders gut zur Geltung kamen. Sie nahm Platz, wählte ein ordentliches Gewicht, spannte den Rücken durch. Ihre Blicke trafen sich.
»Wahnsinn«, flüsterte das Mädchen, als Eva scheinbar mühelos die ersten Wiederholungen absolvierte.
»Mein Busen oder das Gewicht?«, fragte Eva trocken und sah ihr direkt in die Augen.
Süß, wie die Kleine errötete. »Eva«, stellte sie sich vor.
»Tina«, kam es leise zurück.
In der Umkleide trafen sie sich wieder. Um diese Uhrzeit war das Studio fast immer menschenleer. Tina saß verschwitzt vor ihrem Spind und zog sich gerade die Schuhe aus. Als sie Eva kommen sah, senkte sie rasch den Blick.
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Eva schmunzelte. Das schüchterne Interesse des Mädchens reizte sie. Die schmale Taille, die Zurückhaltung - das war genau ihr Typ. Aufreizend langsam streifte sie ihren Sport-BH ab.
»Herrlich, dieses widerliche Ding loszuwerden«, sagte sie, während sie Tinas Aufmerksamkeit gezielt auf ihren Busen lenkte.
Trotz ihrer überdurchschnittlichen Größe waren ihre Brüste fest und prall. Ein feiner Schweißfilm ließ sie noch vorteilhafter erscheinen. Die kühle Luft in der Umkleide sorgte für stehende Nippel. Tina starrte sie mit großen Augen an.
»Sie gefallen dir, oder?«, fragte Eva und strich dabei langsam die Konturen entlang.
Tina nickte stumm.
»Möchtest du sie mal anfassen?«, fragte Eva - und trat näher an sie heran.
»Ich darf das nicht«, flüsterte Tina.
»Ach was«, sagte Eva, zog sie an sich heran und führte ihre Hände an ihren Oberkörper.
»Ich darf es. Und ich mag es«, flüsterte sie.
Tinas Zögern machte sie an. Zuerst vorsichtig, dann zunehmend direkter begann Tina zuzugreifen.
»Gott, hätte ich doch auch so einen Busen wie du«, hauchte sie.
»Deine Brüste sind total okay«, sagte Eva leise und strich ihrerseits mit den Fingerspitzen über Tinas Nippel.
Trotz der kleinen Brust waren die Brustwarzen groß. Unter ihrer Berührung richteten sie sich auf. Tina stöhnte leise auf und drückte sich enger an sie.
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Das Zusammenspiel von Schüchternheit und Erregung war faszinierend. »Herrlich, so ein zierliches Ding.« Längst hatte sie die Situation im Griff. Jetzt aber wollte sie sie auch genießen.
»Lass uns unter die Dusche gehen. Du könntest mir den Schweiß abwaschen«, schlug sie vor.
Tina hatte ihre ursprünglichen Bedenken längst vergessen. In Windeseile zog sie die Shorts aus. Der goldene Ring an ihrer Scham war unübersehbar. Jetzt war es an Eva, zu starren.
»Von meinem Herrn«, flüsterte Tina verschämt und zupfte daran herum. »Er liebt es, dass alle sehen können, wem ich gehöre.«
»Wer sind alle?«, hakte Eva ein.
»Na ja … unsere Community halt. Alles streng geheim. Rauschende Feste - aber du brauchst eine Einladung in die Chatgruppe, um überhaupt teilzunehmen zu können.«
»Lädst du mich ein?«, fragte Eva unverblümt.
Einen Moment lang schien Tina zu zögern. Doch dann fing sie Evas Blick auf.
»Wenn du willst - gerne. Aber es ist nicht ganz ungefährlich.«
»Interessant«, sagte Eva und griff vorsichtig nach dem Piercing.
Tina stöhnte auf. Ein Beben durchlief ihren schmalen Körper, sammelte sich in ihrer Scham. Richtig süß, wie die Kleine stöhnte, als sie ein wenig daran zog. Wie verletzlich einen so ein Ding doch macht, schoss es Eva durch den Kopf. »Wolltest du mir nicht den Schweiß abwaschen?«, flüsterte sie - und zog sie näher.
»Wenn ich das darf?«, hauchte Tina.
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Unter der warmen Dusche konnte Tina gar nicht genug von Evas Busen bekommen. Ihre Zunge spielte hingebungsvoll mit den dunklen, hart gewordenen Nippeln - gierig, fast kindlich in ihrer Begierde.
Eva ließ sie gewähren, genoss die devote Hingabe. Aber irgendwann war genug. Sanft, aber unmissverständlich, legte sie ihr die Hand in den Nacken. Ein Druck - kaum mehr als eine Geste. Tina verstand sofort. Mit nassen Haaren glitt sie auf die Fliesen.
Mädchen konnten das einfach besser, dachte Eva und lehnte sich zurück. Danach zog sie Tina hoch. Noch musste sie die Kleine bei Laune halten.
»Umdrehen«, befahl sie knapp. Tina gehorchte sofort, stützte sich gegen die Wand. Es würde schnell gehen, wusste Eva. Tatsächlich dauerte es keine zwei Minuten, bis sie das Mädchen zum Stöhnen brachte - genau so, wie sie es erwartet hatte.
»Danke«, flüsterte Tina.
Simpel gestrickt, dachte Eva. Es war einfacher gewesen als gedacht. Eine Chatgruppe war der Schlüssel zu allem. Mehr brauchte man nicht.
Zu Hause angekommen, sah sie sofort nach, ob Tina Wort gehalten hatte. Tatsächlich - sie hatte sie bereits der Chatgruppe hinzugefügt. Neugierig begann sie, durch den Chatverlauf zu scrollen.
»Samstagabend. Champagner ist gekühlt.« - Das war Carl. Gnädiger Herr: »Werde mit meiner Sklavin erscheinen.« - jemand, der sich wichtig nahm. Domina2: »Habe zwei Frischlinge.« - wer immer Domina2 war, sie hatte Zugang. Eva las mit. Schrieb nichts.
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Zunächst musste sie Jan davon überzeugen, dass er ein Dom ist. Nicht im klassischen Sinn. Nicht mit Lederpeitsche und Halsband. Na ja - vielleicht mit Halsband. Sie war sicher, dass es funktionieren würde. Die Anlage war da. Die Überlegenheit. Die Leidenschaft. Was fehlte, war der Anlass. Die Legitimation. Letzteres würde sie ihm liefern. Sie musste nur aufhören, süß zu sein. Oder: süß auf gefährliche Art. Nicht bitten. Nicht erklären. Anbieten - aber so, dass er glaubt, es selbst genommen zu haben.
Sie würde ihn über sich selbst stolpern lassen. Nicht im Opfermodus. Nicht als Frau, die Führung braucht. Sondern als Frau, die entscheidet, was sie nicht mehr entscheidet.
Der Plan war einfach. Die Umsetzung schwierig.
Sie musste lange suchen. Idiotisch lange - für etwas, das so banal schien: ein Dildo mit Fernbedienung. In der Theorie nichts Besonderes. Natürlich kein vibrierender Plastikmüll aus Fernost. Sondern etwas, das wie ein Designerstück aussah - und sich anfühlte wie von jemandem gebaut, der wusste, was er tat. Kein Spielzeug. Ein edles Gerät. Elegant, präzise, aus hochwertigem Silikon. Medizinisch, versteht sich.
Eine Fernsteuerung. Schlicht. Kein App-Gedöns, keine bunten Symbole, keine albernen Muster. Ein Regler. Zwei Tasten. Maximal.
Die Frau im Laden hatte nur mit den Schultern gezuckt. »Nicht auf Lager«, hatte sie gesagt. Dann, leiser: »Aber ich kenne jemanden.«
Zwei Anrufe später: ein Termin. Privat. Diskret.
Ein unscheinbares Atelier, Querstraße hinter dem Cours Saleya. Eine unscheinbare Klingel.
Sie wurde erwartet. Eine Frau mittleren Alters. Nicht unattraktiv - aber auch keine, an die man sich erinnerte. Leder. High Heels. Szeneaffin.
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Der Raum: geschmackvoll eingerichtet, ohne aufdringlich zu sein. In der Mitte ein großer Arbeitstisch. Fünf Modelle darauf.
»Das Beste, was Sie in Nizza bekommen können«, sagte die Frau. Ihre Stimme klang nicht nach Verkäuferin. Eher nach jemandem, der nichts verkaufen musste.
Eva ließ sich alles zeigen.
»Wenn Sie möchten, können Sie auch probieren«, sagte die Frau in Leder mit einem süffisanten Lächeln und reichte ihr ein Modell mittlerer Größe.
Für einen Moment fühlte sich Eva gereizt. Was glaubte die Tussi eigentlich? Dass sie es hier mit einer notgeilen Hausfrau zu tun hatte?
»Will ich«, sagte sie - und nahm ihr das Gerät aus der Hand. Dann raffte sie den Rock und zog ihr Höschen nach unten. Ohne ein weiteres Wort führte sie sich den Dildo langsam ein. Kühl. Schwer. Und tief. Der Slip spannte an ihren Schenkeln.
»Wow«, hauchte die Lederfrau - sichtlich beeindruckt.
»Einschalten«, sagte Eva.
Der Effekt war stärker, als sie erwartet hatte. Sie musste sich mit beiden Händen am Tisch abstützen, als das Ding loslegte.
Die Verkäuferin grinste. Drehte an der Fernbedienung herum. »Zu viel?«, fragte sie - ein Hauch gespielter Fürsorglichkeit in der Stimme.
»Jetzt ist es gut«, stöhnte Eva und beugte sich weiter vor. Ihr Rock war halb zurückgerutscht, der Slip schnitt an den Schenkeln - wie ein absurder Rest von Anstand.
»Lassen Sie mal sehen«, sagte die Lady, legte die Fernbedienung beiseite und trat hinter sie.
Eva spürte, wie sie ihren Rock hob. Ein kalter Luftzug - dann warme Finger. Direkt. Zielsicher.
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»Er sitzt perfekt«, flüsterte sie - eine Fingerspitze genau dort, wo sie sein musste.
»Soll ich?«
»Mach schon«, keuchte Eva und spannte sich, reckte den Po.
Die Dame in Leder wusste, was sie tat. Es dauerte nicht lange, bis es ihr kam - ein Laut, tief aus dem Bauch. Nicht zu unterdrücken.
»Süß«, sagte die Schlampe.
Am Ende wählte Eva das schmalste Modell. Nicht, weil sie Größe scheute - sondern weil »klein« sicherer schien.
»Geburtstag?«, fragte die Frau beim Verpacken.
»So was in der Art«, sagte Eva und lächelte.
Barzahlung. Keine Quittung. Kein Name. Kein Wort zu viel.
Sie hatte noch einen Weg. Weniger intim - aber ebenso entscheidend.
Die Werkstatt des jungen Künstlers lag in einem Hinterhof. Schon vor zwei Wochen hatte sie ihn beauftragt. Er war begeistert gewesen, als sie ihm ihren Entwurf zeigte.
Ein Ring aus poliertem Edelstahl. So gewölbt, dass er sich wie beiläufig um ihren Hals schmiegte. Die Enden mündeten in ein winziges, handelsübliches Vorhängeschloss.
Der kühle Glanz des Edelstahls traf auf den matten Ton des einfachen Schlosses - ein unerwarteter Gegensatz.
Auf den ersten Blick: Mode. Auf den zweiten: Bedeutung. Eva hätte keine Sekunde gezögert, ihn auch zu einem Empfang zu tragen.
Der junge Goldschmied hatte perfekt gearbeitet. Der Ring lag wie angegossen an ihrem Hals. Fest genug, um ihn zu spüren. Locker genug, um ihn zu vergessen.
Genau, wie es sein sollte.
Auf dem Heimweg war sie überraschend gut gelaunt.
Nicht wegen des Kaufs.
Wegen der Aussicht.
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