KLARA
Kapitel II
Das erste Mal
Klara war tieftraurig. Nicht so sehr wegen des tragischen Todes von Swens Eltern - sondern aus Angst, ihren einzigen Freund zu verlieren. Zwar sahen sie einander ständig auf der UNI, aber in den langen Sommerferien? Wer wusste schon, was bis dahin alles passieren konnte. Hietzing, wohin er nun ziehen musste, lag für sie gefühlt am anderen Ende der Welt.
Erst als Swen ihr erklärte, dass Hietzing, ein Bezirk im Süden Wiens, mit der Schnellbahn in zwölf Minuten zu erreichen sei, beruhigte sie sich etwas.
»Hast du dort auch einen Internetanschluss?«, fragte sie.
Swens Tante, die Frau Hofrat, fand Klara vom ersten Moment an ausnehmend reizend. Sie war überzeugt, dass Klara einen positiven Einfluss auf Swen haben würde, zumal sie ja ständig zum Lernen kam. So blieb fürs Erste alles beim Alten.
Der einzige Unterschied: Für Freizeitaktivitäten wie Baden oder zielloses Herumstreifen fuhr Swen jetzt nach Baden, zum Studieren kam Klara nach Hietzing.
Trotz - oder gerade wegen - ihrer engen Beziehung war es nie zu ernsthaften Intimitäten zwischen ihnen gekommen. Auch die Tatsache, dass Klara sich zunehmend zu Mädchen hingezogen fühlte, machte es für Swen schwer, seine geheimen Wünsche zuzulassen. Dass sie längst beschlossen hatte, ihre Freundschaft mit einem Plus zu versehen, blieb ihm verborgen.
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Klara träumte davon, eine strenge Richterin zu werden; Swen interessierte sich primär für die finanziellen Aussichten.
Kurz nach der ersten Diplomprüfung war es so weit: ein stabiles Hoch über Mitteleuropa, klare Sonne, der Sommer hielt noch einmal den Atem an.
»Morgen gehen wir ins Strandbad«, verkündete Klara.
Das Bad regulär zu betreten und gar Eintritt zu zahlen, war mit Klara natürlich nicht zu machen. Der Umweg über die Mauer war selbstverständlich - ein Ritual, das seit Jahren zu ihrem Repertoire gehörte, inklusive all jener kleinen Provokationen, die sie mit jedem Sommer raffinierter inszenierte. Swen hatte keine Ahnung, dass es diesmal ernst werden würde.
Sie trug einen Rock, der kurz genug war, um aufregend zu wirken, aber lang genug, um glaubwürdig zu bleiben. Kein BH. Nur ein enges Top, das bei jeder Bewegung verrutschte. Sie wusste, dass Swen auf ihre Brustwarzen starren würde - und sie hatte nichts dagegen.
Ein Stück Mauer im Zaun war ihr geheimer Zugang zum Bad. Nur dort ließ sich die Absperrung überklettern, ohne sich am Stacheldraht zu verletzen. Dahinter ein dichter Buschstreifen - genug Sichtschutz, um sich umzuziehen.
»Du hilfst mir rauf«, sagte sie knapp und reichte ihm die Badetasche.
»Klar«, antwortete Swen und faltete die Hände zur Räuberleiter. Klara stellte einen Fuß hinein, schob sich mit dem anderen über seine Schulter - und hielt inne.
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»Ich komm nicht weiter«, keuchte sie gespielt, während ihre Innenschenkel seinen Hals umklammerten. Ihr Rock war hochgerutscht, nur noch ein Hauch Stoff trennte ihn von ihrer nackten Haut. Swen wagte kaum zu atmen.
Als sie sich endlich aufrichtete, streifte ihr Slip federleicht über seine Wange, dann sprang sie auf der anderen Seite hinunter.
»Worauf wartest du?«, rief sie fröhlich und klopfte sich den Staub von den Knien.
Swen zögerte, folgte ihr aber schließlich ins Gebüsch.
Ohne sich um ihn zu kümmern, zog sie das Top über den Kopf. Anders als sonst drehte sie sich nicht weg.
Kein Kommentar. Kein Zögern. Ihre kleinen, festen Brüste standen frei im Licht. »Gefällt dir das?«, fragte sie und strich sich demonstrativ über die Brustwarzen. Swen stand da wie versteinert. »Ich frag ja nur«, sagte Klara - und griff nach ihrem Bikinioberteil. Unfähig zu reagieren, starrte er wie gebannt auf ihren Busen. Eine Mischung aus Scham und Erregung breitete sich in ihm aus - spürbar auch in seiner Badehose.
Klara bemerkte es sofort. »Jetzt oder nie«, dachte sie - und ging in die Offensive. »Zeig mal her«, sagte sie. Frech. Unmissverständlich.
So hatte sie noch nie mit ihm gesprochen. Selbst ihr Tonfall hatte sich verändert. Verwirrt, erregt, überfordert - aber zu stolz für ein Nein - zog er seine Shorts nach unten. Es war unübersehbar. Er wusste nicht, ob das jetzt peinlich oder beruhigend war. Ein Moment, in dem alles stillzustehen schien.
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»Wow«, flüsterte Klara - und klang dabei ehrlich beeindruckt. Langsam, ihm dabei in die Augen sehend, schob auch sie ihr Höschen nach unten. Sein Puls raste, als sie heraustrat.
Genau in diesem Augenblick ließ sich ein älteres Ehepaar in einiger Entfernung auf der Wiese nieder. Klara kicherte und zog rasch ihr Bikinihöschen an. Sichtlich enttäuscht stieg auch er in seine Badehose. Wie immer versteckten sie ihre Sachen im Gebüsch. »Lass uns ins Schwefelbecken gehen«, schlug Klara vor und nahm ihn bei der Hand. Ihre Stimme ließ keinen Zweifel: Sie hatte längst beschlossen, dass dies nur der Anfang gewesen war.
Normalerweise war dieser Teil des Bades verpönt. Zu warm, zu träge, zu viele Alte. Eine gemauerte Bank zog sich rund um das Innere des kleinen Beckens - eine bauliche Maßnahme, damit Rentner stundenlang im Wasser sitzen konnten. Das Wasser war trüb, angeblich vom Schwefel, doch die Wahrheit war vermutlich eine andere. Klara schien das egal zu sein. »Komm«, sagte sie, »wir haben’s ja nicht eilig.«
Gott sei Dank waren nur wenige Pensionisten anwesend. Kichernd zog sie ihn zu einer freien Stelle. Sie saßen eng nebeneinander im warmen Wasser. Klaras Oberschenkel berührte den seinen.
»Hat dir gefallen, was du gesehen hast?«, fragte sie mit einem Tonfall, der zwischen Naivität und Absicht pendelte. »Meine … da unten«, präzisierte sie leiser. »Du hast doch hingesehen, oder?«
Swen errötete. Ihre Offenheit überforderte ihn. »Es ging alles so schnell«, stammelte er.
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»Wenn du willst, zeig ich’s dir nochmal«, flüsterte sie und legte ihre Hand auf seinen Schenkel.
Er spürte, wie sich alles anspannte. Klara schien das zu bemerken. Unverkrampft strich sie mit den Fingern über den Stoff seiner Badehose - beiläufig, als würde sie ihn gar nicht berühren.
Er reagierte allerdings sofort. Er konnte es nicht verhindern - wollte es auch nicht. Verlegen, aber entschlossen, öffnete er die Beine. Sie nutzte den Raum, streifte sanft mit dem Fingernagel über die Kontur unter dem Stoff. Swen biss sich auf die Lippen. Noch nie hatte jemand ihn dort berührt.
Klara schien es zu genießen, ging aber nicht darauf ein - als wäre das alles ganz normal. »Findest du meinen Busen zu klein?«, fragte sie wie nebenbei und verstärkte gleichzeitig den Druck ihrer Hand. Swen rang nach Worten, doch Klara ließ ihm keine Zeit. »Fühl mal«, sagte sie und rückte näher.
Vorsichtig schob Swen die Finger unter den Rand ihres Bikinioberteils. Er war überrascht, wie einfach das ging. Da sie ihm jetzt den Rücken zukehrte, fehlte ihm allerdings ihre Hand. Er wagte nicht, sie darauf anzusprechen, tastete sich vorsichtig vor und spürte die Härte ihrer Brustwarzen. Klara hielt still - ganz still -, als er ihre kleinen, festen Brüste in den Händen wog.
Noch nie war er so erregt gewesen.
Sie stöhnte leise, griff hinter sich - und entzog ihm seufzend den Zugriff, um sich ihm nun ganz zuzuwenden.
Mit fast beiläufiger Selbstverständlichkeit glitt ihre Hand in seine Badehose. Als ihre Fingerspitzen sein Glied berührten, zuckte er zusammen.
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Dann schloss sich ihre Hand um ihn. Fest, sicher, fordernd. Es war das erste Mal - und es fühlte sich an, als würde die Welt stillstehen.
»Hör auf zu zappeln«, zischte sie. »Sonst bemerkt uns noch der Bademeister.«
Hunderte Male hatte er sich ausgemalt, wie es wäre, wenn Klara so etwas tun würde. Aber das hier übertraf jede Fantasie. Nur mit Mühe hielt er still.
Als sie merkte, dass der Stoff der Badehose ihre Bewegungen störte, schob sie ihn zur Seite. Swen traf fast der Schlag. Allein die Tatsache, dass er nun so offen im Wasser war, war der reine Wahnsinn. Er spürte Klaras Daumen, der ihn langsam streifte. Ein leises Wimmern entfuhr ihm.
»Still jetzt«, zischte Klara.
Swen schloss die Augen. Alles verschwamm.
»So?«, flüsterte sie. »Magst du das so?« - »Jaa … bitte … nicht aufhören …«
Klara dachte nicht ans Aufhören - sie erhöhte den Druck.
Dann kam es ihm - heftiger als je zuvor.
Sie kicherte leise. »Nicht schlecht für den Anfang.«
Trotz aller Vorsicht hatten sie Aufmerksamkeit erregt. Swen war einfach zu unruhig gewesen. Ein älteres Ehepaar auf der anderen Seite des Beckens tuschelte schon. Eine Frau mit wasserfestem Make-up deutete unauffällig auf sie. Klara warf ihr einen unschuldigen Blick zu.
»Zeit zu gehen«, meinte sie.
Mit einer fließenden Bewegung stieß sie sich ab und glitt zum Beckenrand. Swen brauchte einen Moment, ehe er ihr folgen konnte.
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Später, in der Milchbar, stellte Klara die Frage, die unausweichlich war: »Hat’s dir gefallen?«
Natürlich hatte es ihm gefallen. Und doch kam er sich seltsam blöd vor. Sie hatte ihm gezeigt, wie weit sie gehen würde. Er dagegen, hatte gerade mal ihre Brüste berührt. Irgendwie fühlte sich das falsch an. Oder zumindest unausgeglichen.
Er nahm all seinen Mut zusammen. »Und … wann zeigst du mir deine … na ja - genauer?«
Klara grinste. »Ich habe schon gedacht, du fragst nie.«
Erleichtert atmete Swen aus.
Sie blieb noch einen Moment sitzen, spielte mit dem Trinkhalm, als würde sie über etwas nachdenken, das sie selbst überraschte. Dann stellte sie das Glas ab, sah ihn kurz an und lächelte - ruhig, wissend.
»Ich bin schon neugierig«, sagte sie und stand auf.
Das Bad füllte sich, Stimmen hallten, das Wasser glitzerte im Sonnenlicht. Spätsommer - ein Tag, der nicht enden wollte. Sie trennten sich ohne weitere Worte - aber beide wussten, dass etwas unerledigt geblieben war.
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